Freitag, 22. April 2022

Was schert mich mein Geschwätz von gestern

 Was schert mich mein Geschwätz von gestern

So ganz mag ich diesen Spruch nicht, denn es gibt in vielen Themen neue Erkenntnisse und dann kommt man nicht umhin seine Meinung zu revidieren.
Anders sieht es in einfachen Aussagen aus, z. B. von Politikern, hier ziele ich besonders auf die großmäuligen Wahlversprechen, die ständig gemacht werden. Für mich eine elende Bauernfängerei.

Thorsten Krüger, Bürgermeister von Geestland, setzt da noch einen drauf. 

Zur letzten Wahl zum Bürgermeister verkündete er noch Folgendes: 
"Vor uns liegen gewaltige Aufgaben, die wir ganzheitlich angehen müssen."
Das diese Aussage sich auf Geestland bezieht und nicht allgemein zu deuten ist, belegt der nächste Satz:
"Die überparteiliche Arbeit in Geestland sei dafür eine gute Grundlage, sagt er."
Und:
"Er habe noch so viele Ideen und Projekte im Kopf, sagt Krüger, ...". Link1 

Nur acht Monate später sagt er dann: 
"Ich habe in Geestland alles umgesetzt, was ich umsetzen wollte." Link2

Dann kann im Kopf ja doch nicht so viel gewesen sein, wobei "viel" auch immer relativ zu sehen ist.
Oder liegt es daran, dass er seinen Willen (z.B. Energiewerk) nicht mehr bekommt, weil langsam etwas Gegenwind aufgekommen ist und seine Vorgehensweise eventuell hinterfragt wird?
Bei obenstehendem Satz von ihm sollte man nämlich genau lesen: "..., was ich umsetzen wollte." Damit geht und ging es, meiner Meinung nach und ich empfinde es als sehr offensichtlich, nie um das Wohl Geestlands oder der Bürger, sondern lediglich um ihn und die Inszenierung seiner Person, um sich als unschlagbaren Macher zu profilieren. Und es hat gewirkt.
Der Fokus liegt immer auf seinen nachhaltigen Ideen, aber kann man deswegen alles andere ausblenden? Seine Nachhaltigkeit ist lediglich ein medienwirksames Instrument, er ist einfach auf den im Trend liegenden Nachhaltigkeitszug aufgesprungen und hat dieses propagandistisch, auch mit Hilfe der Nordsee-Zeitung in Szene gesetzt. 

Die Cuxland SPD hat, kaum dass Krüger seine Kandidatur zur Landratswahl im Landkreis Cuxhaven verkündet hat, veröffentlicht, dass er ihr Kandidat ist. Begründet wird das vom SPD Vorsitzenden Oliver Lottke so:
"Krügers Einsatz für nachhaltige Politik, von Finanzen über Bildungs- und Familienpolitik bis hin zu Umwelt- und Klimaschutz biete beste Chancen, auch das Cuxland voranzubringen." 

Diese Aussage impliziert doch, dass Geestland voran gebracht wurde. In der Lebensqualität für die Bürger sicherlich nicht, was eigentlich der einzige maßgebliche Punkt für die Verwaltung und Kommunalpolitik zu sein hätte. All die Investitionen neue Schulen, Feuerweheren etc. sind nur Ergebnis eines intensiven Ausschöpfens aller Fördertöpfe, also keine nennenswerte Kompetenz.
Nachhaltig, Umwelt- und Klimaschutz und weitere fragwürdige Aktionen, dazu empfehle ich einen Blick auf ältere Posts, sowie einen Blick in unter Link3 verlinkte Facebook-Gruppe.

Müssen wir nun davon ausgehen, dass die SPD somit sämtliche undemokratischen Verhaltensweisen, sowie scheinbar sogar ungesetzlichen Vorgehensweisen, siehe auch hierzu vorherige Posts und Link3, dieses Kandidaten billigt? 
Liebe Genossen, wenn eure Urväter, die für die Sache in den Tod gegangen sind euch heute sehen könnten, würden sie sich im Grabe herum drehen. 

Interessant ist auch der Tenor, aus einigen Gesprächen heraus, dass Thorsten Krüger im Hinblick auf die anderen genannten Kandidaten, das kleinere Übel ist.
Wie ist das zu verstehen? Alles Scheiße, dann lieber die Scheiße nehmen, die am wenigsten stinkt? 
Zu den weiteren Kandidaten kann ich ich persönlich nichts sagen, da müsste ich erst einmal recherchieren, aber wenn ich die letzten Monate Revue passieren lasse und an all die Dokumente denke, die mir in Bezug auf Krüger vorgelegt wurden, würde ich meinen, dass dieser Sumpf schon extrem anrüchig ist. 





Sonntag, 20. März 2022

Münchhausen reloaded

 Münchhausen reloaded

eigentlich ist der Vergleich mit Münchhausen gar nicht angebracht, weil dieser im engeren Sinne nur ein "Schnacker" war. Auf dem Zusatz "Lügenbaron" liegt hier eigentlich der Fokus.

Vor einiger Zeit wurden ich und eine weitere Person gebeten, einige, eher etliche, Akten zu durchforsten und nach auffälligen Widersprüchen der Gegenseite zu suchen.
Genau das Richtige für mich, das macht mein Rechercheherz glücklich.
Wir haben eine ganze Menge gefunden. 

In diesem Post sollen ein paar davon veröffentlicht werden. Die Parteien werden hier nur mit A und B, B stellt hier die Gegenseite dar, bezeichnet. Es werden auch keine Namen genannt oder Ortsangaben gemacht.

1.
B: „... weil die Antragsgegnerin bzw. die Beigeladene oder deren Mitglieder dem Antragsteller bzw. dessen Mitgliedern zu keinem Zeitpunkt die Nutzung nach dem 21.02.2018 untersagt hat.“ 

Ein Zeuge von B, bezeugt aber in einer eidesstattlichen Erklärung:

„Am 22.02.2018 gegen ca. 09:30 Uhr erschien eine Gruppe und forderte mich zum Gespräch, weil ihnen der Eintritt verwehrt wurde.“

Es wird auch im folgenden der Erklärung nicht erwähnt, dass diese "Verwehrung" in Bezug auf diese Gruppe gar nicht stattgefunden hat. Dementsprechend hat eine Verwehrung des Eintritts stattgefunden.
Und somit ist die von B getätigte Aussage schlichtweg falsch.

2.
Hier wird es noch eklatanter, weil B etwas behauptet und in einem folgenden Schreiben aussagt, es nie behauptet zu haben:

B führt an, dass A nicht ordnungsgemäß an der Findung eines neuen Termins hingewirkt habe.

Dass diese Aussage nicht stimmt, konnte A mit entsprechenden Unterlagen beweisen. 
Daraufhin behauptete B in einem folgenden Schreiben:

„Es wird gar nicht bestritten, dass der Antragsteller mit Schreiben vom xx.xx.xxxx Termine genannt hat.“

Doch wurde es! Im ersten Schreiben bestreitet B, dass A ordnungsgemäß einen neuen Termin finden wollte. Ein Schreiben in dem mögliche Termine vorgelegt werden, ist eine ordnungsgemäße Terminfindung und legt offen, dass zuerst gemachte Aussage zur Terminfindung eine Falschaussage ist.

3.
Aussage von B:
A kann sein Angebot nicht weiter ausführen, da aus rechtlichen Gründen ein gewisser Nachweis vorliegen muss.

Dies ist falsch, es gibt keine solche rechtliche Bestimmung. Weder zuständiger Verband, noch zuständige Gesellschaft verlangen den dort angeführten Nachweis.
Weitere Anbieter mit entsprechendem Angebot und nicht vorliegendem Nachweis, wurden auch nicht aus diesem Grund ausgeschlossen.


Diese Aussagen stammen aus Gerichtsakten. Wird bei Gericht eigentlich gelesen, was da eingereicht wird? Wenn ja, liegt es dann am Erinnerungsvermögen oder an der Unfähigkeit vorhergehende und nachfolgende Aussagen im Zusammenhang zu sehen? 
Ich zumindest finde es fragwürdig, dass unsere Justiz diese widersprüchlichen Aussagen nicht registriert oder wenn sie es tut, nicht hinterfragt!

Kann man anhand oben aufgeführter Beispiele auf den Wahrheitsgehalt anderer Aussagen von B rückschließen? 
Diese Frage muss jeder für sich beantworten. Wichtig ist jedoch immer, genau zu lesen, zu verstehen und wenn irgendetwas fragwürdig ist nachzuhaken und auf Widersprüche hinzuweisen.

Ach ja, an dem nächsten Stapel Akten sitze ich schon, mit der gleichen Aufgabe. Viel Hoffnung, dass dort keine widersprüchlichen Aussagen sind, habe ich nicht. Bei einem ersten Überfliegen ist mir schon etwas aufgefallen, aber da hier nichts gepostet werden soll, was nicht ausführlich recherchiert wurde, mehr dazu im nächsten Post.






Mittwoch, 2. März 2022

Autokraten, Narzissten und Danke

 Autokraten, Narzissten und Danke 

"Leck' mich am Arsch..." beginnt ein Kommentar zu einem Post in einer Facebook-Gruppe (Link1) und ich verstehe diese Reaktion.
Bei dem Post handelt es sich um ein Statement zu dem Artikel "Kritik an der Bewässerung mit Trinkwasser" der Nordsee-Zeitung vom 25.02.22 (Link2) und bezieht sich auf einen Sportplatz in Bad Bederkesa.

Diese Facebook-Gruppe und auch das Wesermünder Abendblatt versuchen seit einiger Zeit die Leute zu sensibilisieren und einmal genau hinzuschauen. Hiermit bedanke ich mich auch für das dortige, fleißige Teilen des Links von diesem Blog. Mein Dank geht an "Neeis ut'n Landkreis Cuxhoben".
Erfreulich ist auch, dass die Nordsee-Zeitung erneut das Contra, die Gegenstimmen zu einem Projekt und Kritik an einem Projekt publiziert. Viel zu lange ist das leider nicht geschehen. Mein Dank geht an Katja Gallas und die NZ.

Warum ich die Reaktion auf den Artikel verstehe? Weil er genau das dokumentiert, beweist und klar ersichtlich offenlegt, was wir versuchen zu vermitteln. 

Als erstes ist interessant, dass scheinbar das autokratische Management der Stadt Geestland Kreise zieht und sich auch auf die Vereine überträgt.
Schon vor längerem wurde mir berichtet, dass beim Verschönerungsverein mit Antritt der neuen Vorsitzenden ein neuer Ton herrscht. Hier dürfen nur Sachen veröffentlicht oder weitergegeben werden, wenn der Vorstand es genehmigt. Zur Erklärung, im Verein sind Ausschüsse integriert, die früher weitgehend autark handeln durften. Fällt nur mir hier eine Parallele auf?
Die Überarbeitung des von mir bereits beschriebenen Dokuments (Link3), sollte zum Beispiel nicht verwendet werden. Dass es dann doch anders gekommen ist, verdanken wir Menschen mit Courage, die sich nicht einfach ducken und den Mund verbieten lassen. Mein Dank geht an diese Menschen.

Und der Artikel lässt vermuten, dass es beim TSV ebenso abläuft. 
"Eine nachhaltige Bewässerung mit Regenwasser – das soll sich der Verein gewünscht haben."
Der Verein, das sind die Mitglieder und genau diese sollten vom Vorstand vertreten werden. Das hat dieser wohl jedoch nicht zur Zufriedenheit getan, denn sonst hätte sich niemand bezüglich des Problems an die NZ wenden müssen. 
Der 1. Vorsitzende des TSVs meint dagegen, dass der Verein und die Stadt in einem guten Dialog sind und dass sie sehr gerne und gut zusammenarbeiten würden, aber wohl nicht unbedingt im Sinne der Mitglieder. Fällt nur mir, auch hier, eine Parallele auf?

Zu der Bewässerung mit Regenwasser kommt folgender Satz:

"Dies sei laut Stadt nicht möglich, da Regenwasser die Leitungen verschmutze."

Da hat wohl der Nachhaltigkeitskönig "Seine Omnipotenz" Thorsten Krüger gesprochen, aber mal wieder mit Nichtwissen geglänzt. 
Wir haben doch das Glück, dass in der Stadt Geestland jemand mit Bewässerungserfahrung von großen Grünflächen sitzt, nämlich der Head Greenkeeper des Golfplatzes Hainmühlen, Ralf Hahn. Und der sagt dazu, kurz gefasst: "So ein Quatsch."

Marcus Mende, Geschäftsführer des Wasserverbands Wesermünde, zuständig für die Wasserversorgung am Sportplatz in Bederkesa, ist scheinbar auch erstaunt, dass sie von der Stadt Geestland nicht eingebunden wurde, was eigentlich üblich sei. 

Da drängt sich mir gleich wieder das "W" wie wissen und wollen auf. Entscheidungen werden wissensbasiert getroffen, es sei denn, das "Wissen" ist konträr zum "Wollen".

Der vorletzte Absatz schlägt dem Fass den Boden aus, da hier diese Wahl der Wasserversorgung als "wirtschaftlichste Lösung" bezeichnet wird. 
Hat Herr Krüger da selbst gerechnet? Sein Problem mit Zahlen zeigt sich ja immer wieder, zum Beispiel bei den Angaben der Einwohnerzahl der Stadt Geestland. Würde eine jetzige teurere Lösung sich nicht durch den Wegfall der Kosten für das Wasser amortisieren und auf Dauer dann doch die kostengünstigere Lösung sein? Von der Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Thorsten Krüger will ich gar nicht mehr reden, es müssten mittlerweile eigentlich allen Leuten die Augen aufgegangen sein, in welcher Weise diese praktiziert wird.

Und nein, ich bin noch nicht fertigt: 
Es ist nicht schlüssig, warum darauf hingewiesen wird, dass es sich nur um eine Sanierung und nicht um einen Neubau handelt. Viele Sanierungen werden gemacht, um etwas nachhaltiger zu gestalten oder es wird zumindest darauf geachtet, ob bei der Sanierung nicht nachhaltige Komponenten genutzt werden können.
                                                                                                  
Dann die Sache mit dem Geld. Gut, es geht hier um Sanierungen und dass noch mehr anstehen, aber wer über 1,5 Millionen für einen so nicht gerechtfertigten, nicht einmal gesetzeskonformen Bau –Mehrzweckraum/Feuerwehrneubau Großenhain– ausgibt, sollte doch nicht über seine beschränkten Mittel klagen.
Und die nächste, nein, eigentlich die übernächste oder vielleicht auch überübernächste, sonderbare Ausgabe steht schon wieder an. Es soll ein Verkehrsplaner beauftragt werden, für eine Straße. Ihr wollt doch die Bürger beteiligen, lasst die doch erst einmal ran und wenn das nichts wird könnt ihr ja immer noch beauftragen. 
Im Hinterkopf habe ich dabei immer diese Aktion, wo am Ende dann ein paar Straßenbäume und der Kirchturm in blau angeleuchtet wurden und das alles für viel Geld.   

Und im letzten Absatz reagiert die Stadt "mit Nachdruck" auf die Nachfrage der NZ. Nette Umschreibung für "reagiert angepisst".
Den Rest kann man sich schenken, die übliche Blabla-Floskel, natürlich mit "gut und konstruktiv" versehen. 
Was aber beide, Stadt Geestland und Vorsitzender des TSVs übersehen: Das ist nur ihre Wahrnehmung, denn Mitglieder des Vereins und somit wahrscheinlich Bürger Geestlands wollen etwas anderes und es euer Auftrag im Sinne der Mitglieder und Bürger zu handeln.

Das Danke aus der Überschrift habe ich erledigt, aber wo sind die Autokraten und Narzissten? 
Hätte ich über Putin geschrieben, wäre die Überschrift sofort allen klar, so offensichtlich, wie er zu diesen beiden Typen gezählt werden kann.  
Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Schlechte liegt so nah? 






Montag, 21. Februar 2022

Blumenwiesen, Blühstreifen, Dorfblüte

Ein wunderschöner Gedanke. Man fährt im Sommer durch Feld und Wiesen und anstatt der endlosen Maisflächen, die einem auch noch die Sicht nehmen, Blumenwiesen auf denen es summt und surrt.
Der Gedanke ist bestimmt ehrenwert und gut gemeint, nur leider kontraproduktiv.
Dieser Post bezieht sich auf einen Artikel aus der Nordsee-Zeitung vom 28.01.22 (Link1).

Würde man davon ausgehen, dass sämtliche 10 000 Quadratmeter Blühpaten finden, kämen 10 000,- Euro zusammen. Das ist meiner Meinung nach jedoch hochgegriffen, auch wenn die Idee in Geestland neu ist und durch die Zeitung publik gemacht wurde. 
Deshalb geht meine Rechnung jetzt mit Blühpaten für 2500 Quadratmetern weiter.
Das wären dann 2500,- Euro. Bei 10 000 Quadratmetern Fläche kostet das Saatgut 179,- Euro (erstbester Anbieter). Dann muss das Saatgut ausgebracht werden, da gehe ich von Eigenleistung aus, wie diese zu berechnen ist, ist mir leider nicht bekannt. Zusätzlich käme noch der Verlust des Ertrages der landwirtschaftlichen Fläche hinzu, hier hören die Berechnungen dann endgültig auf, da ich damit bei dem Punkt angekommen bin, der zu bedenken ist.

Landwirtschaftliche Flächen sollten auch für die Landwirtschaft genutzt werden. Jede landwirtschaftliche Fläche, die in Deutschland verloren geht, muss irgendwo auf der Welt kompensiert werden. 
Erst im November letzten Jahres, hat die brasilianische Weltraumbehörde INPE gemeldet, dass im Zeitraum August 20 bis Juli 21, 22% mehr Regenwald vernichtet wurde als im Vorjahreszeitraum (Link2).

In dem Artikel wird bereits erwähnt, dass diese Aktion nur stattfinden kann, weil für das Jahr genug Futter da ist, also sind sich die Initiatoren der Problematik bewusst. Weshalb die blühende Wiese vorerst für ein Jahr geplant ist. 
"Dieses Jahr können sie die Blumenwiese nur ansäen, weil es Futter genug gibt. In den vergangenen drei Jahren musste Reinhard bis zu 50 Prozent der Futtermittel für seine Rinder dazukaufen." (Link1)

Da könnte man jetzt fragen: "Warum hat man mehr Rinder, als man versorgen kann?"
Man könnte auf Weidelandhaltung verweisen, zu der es interessante Forschungen und Forschungsergebnisse gibt (Link3, auf Wunsch gerne mehr Informationen). Die Landwirte in der Wesermarsch, wo man seit einiger Zeit wieder Weiden voll mit Milchkühen sieht, machen es vor.
Aber das ist nicht das Thema hier und soll es auch nicht werden.

Es soll um blühende Landschaft gehen. Von der Stadt Geestland wird immer angeführt, dass sie schon 100 000 Quadratmeter Blühstreifen initiiert hat. Die gibt es woanders auch. Wie viel hat das gekostet? 
Dabei liegt die Lösung doch so nah und würde "Blühstreifen" ohne Ende ergeben, die sogar noch Kosten einspart.
Sämtliche Randstreifen an den Feld-/Wirtschaftswegen bräuchten dafür nur eine andere Pflegemaßnahme als sie sie jetzt erhalten.
Mit welchem Argument werden diese ständig gemäht? Verkehrssicherheit? Die Wege werden von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt, die von "Natur" aus eine höhere Sitzposition haben, kein "Kraut" im Seitenstreifen wächst so hoch, dass der Fahrer den Überblick verlieren würde. Autos, die in den Wegen unterwegs sind, können aufgrund des Zustandes der Wege sowieso nicht schnell fahren und Radfahrer hören, wenn sie in einen Kreuzungsbereich kommen, ob anderer Verkehr unterwegs ist. 

Durch eine kontrollierte Mahd einmal im Jahr im August, nach der anschließend das Schnittgut ein paar Tage liegengelassen und erst dann aufgenommen wird, zwingend notwendig, würden sich die Seitenstreifen erholen und zu Blühstreifen mit Wildblumen regenerieren. 

Würde nicht nur die Stadt Geestland dieses umsetzen, sondern auch die anderen Kommunen im Landkreis Cuxhaven und zusätzlich schonendere Pflegemaßnahmen an den Kreis- und Landstraßen erfolgen, hätten wir ohne viel Aufwand und Kosten bald eine blühende Landschaft. Das ist natürlich auch auf ganz Deutschland ausdehnbar.







Sonntag, 6. Februar 2022

Cuxhaven – Bad Bederkesa

Am 01.02.2022 fand eine Online-Veranstaltung mit dem Titel "Holzkraftwerk in Cuxhaven – Ist das eine nachhaltige Energiewende?" der Grünen und einiger Umweltorganisationen statt.
Im Fokus stand dort die Herkunft des Holzes und die Auswirkung des Imports auf Wälder in den Herkunftsländern.

Einen Verweis auf die Herkunft des Holzes gibt es bereits in einem, von mir in dem Artikel "Weiter im Text" vom 28.11.21 (Link1) verlinkten, Bericht des NDR vom 13.07.21. Link2 
"... da es in einer waldarmen Gegend gebaut wird, soll Holz auch per Schiff aus Skandinavien und dem Baltikum geholt werden."

Befremdlich finde ich, dass aus dem Geestländer Stadtrat und aus dem Bederkesaer Ortsrat jeweils nur eine Person, soweit in der Teilnehmerliste erkennbar war, an dieser Veranstaltung teilgenommen hat. Frank Berghorn lasse ich außen vor, da es in der Diskussion um sein Projekt ging.
Wäre das nicht eine gute Gelegenheit gewesen, sich weitergehend zu informieren?
Dachten die Ratsleute, dass diese Diskussion nicht relevant für sie sei, da das Holz für Bederkesa aus Geestland kommen soll? Was nicht funktioniert, da Geestland gar nicht die benötigte Menge bedienen kann.
In der Diskussion angesprochene Punkte sind so auch schon im Wesermünder Abendblatt thematisiert worden und gingen über die Holzherkunft hinaus.
Die Veranstaltung dauerte über zwei Stunden, deshalb gibt es hier nur Auszüge.

Norbert Welker, BUND Cuxhaven, kritisiert, dass es ein dreiviertel Jahr gedauert hätte, bis es einen Einblick nach Umweltinformationsgesetz in die Genehmigungsunterlagen gab. 
Stefan Wenzel, Bundestagsabgeordneter aus Cuxhaven, stellt fest, dass es Transparenz bei Genehmigungsverfahren benötigt und erwartet von den Behörden und auch von dem Investor, dass die Genehmigungsunterlagen glasklar auch im Internet verfügbar sind. 
Frank Berghorn, stellt sich selbst als Mitgesellschafter, eventuell auch zukünftiger Mitbetreiber vor, entgegnet dem Vorwurf der Intransparenz mit dem Verweis auf eine frühere Veranstaltung dieser Art. Wie weit diese stattgefunden hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Darauf folgt der Hinweis, dass es eine öffentliche Ausschreibung gegeben hat, die noch bis vor vier Jahren oder bis vor fünf Jahren öffentlich war. 
Herr Berghorn, eine öffentliche Ausschreibung wollen sie doch nicht wirklich als Information für die Bürger anführen? Diese sind in einem speziellen Bereich gelistet, den eher kein Bürger als Informationsquelle aufsuchen würde. Zudem waren die Genehmigungsunterlagen bestimmt nicht in dieser öffentlichen Ausschreibung hinterlegt.
Seine Aussage, dass wenn man miteinander reden würde, es auch Informationen gebe, widerspricht der von Norbert Welker aufgeführten Tatsache, dass das Gewerbeamt, sowie der Investor sämtliche rechtliche Mittel ausgeschöpft haben, um eine Herausgabe der Genehmigungsunterlagen zu verhindern.

Die Parallele zum Energiewerk Bederkesa:
Auch hier gibt es keinen Zugriff auf die Planungsunterlagen, wie Machbarkeitsstudie, EFRE-Gutachten oder Grundlagenermittlung und Vorplanung. 

Der Grund dafür könnte folgender sein. 
Norbert Welker führt an, dass die Berechnung der Leistung des Holzkraftwerkes fehlerhaft sei. In Cuxhaven ist das ein relevanter Punkt, da eine Beteiligung der Öffentlichkeit mit einer falschberechneten Leistung unter 50 Megawatt, ausgehebelt worden wäre. 
Die Freigabe für den Bau lief über das Gewerbeamt. Bei einem solchen Großprojekt schon erstaunlich, aber rechtmäßig, wenn dann die verwendeten Zahlen stimmen.
Stefan Wenzel meinte, wenn es hier möglicherweise falsche Angaben gegeben hat, müsse man sich das nochmal genau angucken. Wenn die 49,9 Megawatt überschritten werden, dann wird es höchst fragwürdig.
Frank Berghorn spricht in dem Zusammenhang von Rechenspielchen. 
"Die Feuerungswärmeleistung, die als Nennleistung von Kraftanlagen nun einmal angegeben wird. Das ist eine technische Angabe, da können Sie noch soviel Stunden..."
Eine hoffentlich wirklich stattfindende Überprüfung wird wohl Klärung bringen.

Die Parallele zum Energiewerk Bederkesa:
Für die Grundlagenermittlung und Vorplanung wurden von der Stadt Geestland falsche Zahlen zum Wärmebedarf angegeben.

Zur Herkunft des Holzes führt Frank Berghorn an, "dass nach heutigem Stand" – das lässt natürlich alles offen –, die größte Menge aus Deutschland oder den angrenzenden europäischen Staaten kommen werde.
Die Frage ist hier, wie der Bedarf aus Deutschland gedeckt werden soll? Die Nachfrage in den letzten Jahren ist gestiegen und in etlichen waldreichen Gebieten sind bereits Kraftwerke dieser Art angesiedelt. Zur Deckung steigenden Bedarfs wird über Intensivbewirtschaftung des Waldes nachgedacht. Das kann nicht das Ziel sein. Die Anlegung von Kurzumtriebsplantagen kann auch nicht als Lösung angesehen werden. Diese dürfen nur auf Ackerland angelegt werden. Die Nutzung von Ackerland um Biomasse zur Energiegewinnung anzubauen hat bereits mit dem Maisanbau für Biogasanlagen stattgefunden und die daraus resultierenden Folgen sind bekannt. 
Ein weiterer Verlust von Ackerland außer zur Nutzung im klassischen Anbau würde noch weitergehende Folgen haben. Fehlende Rohstoffe/Waren müssten importiert werden, was global zu weiterer Vernichtung von Waldflächen führen würde. 
Es ist armselig, wenn Deutschland sich als Weltmeister im CO2-Sparen präsentiert, durch die erfolgten Maßnahmen in anderen Ländern jedoch Vernichtung wertvoller CO2 Speicher initiiert.

Ein weiterer Aspekt in Cuxhaven ist, dass der Bau schon begonnen hat. Hätte von Anfang an Transparenz geherrscht und wären die Genehmigungsunterlagen sofort öffentlich zugänglich gewesen, hätte diese Diskussion wohl entsprechend früher stattgefunden. 
Muss man jetzt vermuten, dass es keine Offenlegung gab, weil es fragwürdige Angaben bei der Genehmigung gab und der Investor befürchtete, dass die vorab "entdeckt" würden?
Bedenklich ist auch die Aussage, dass es sich um eine Zwischentechnologie handelt. Der gesamte Bau ist nicht nachhaltig und hat aus heutiger Sicht in 20 Jahren ausgedient. Diese CO2 Belastung müsste in die Berechnung mit einfließen.

Zum Schluss noch mal nach Bederkesa. 
Julian Wesch, Stadtrat Geestland, war anwesend und meldete sich auch zu Wort. Passend zum vorherigen Absatz mit folgenden Worten:
"Fakt ist das Ding wird bereits gebaut, also ist die Diskussion in meinen Augen leider eine bisschen spät, die wir jetzt führen, kann man jetzt leider nicht mehr ändern."     
Das Energiewerk in Bederkesa ist noch nicht im Bau und die grundlegenden Argumente, wie nicht Nachhaltigkeit der energetischen Nutzung von Holzverbrennung gelten auch für das Projekt in Bederkesa. 
Er weiß auch um die Bedeutung von Mooren zur Speicherung von CO2. Der geplante Standort des Energiewerks befindet sich auf Moorboden.
Er versteht auch den Unmut der Bevölkerung, dass diese nicht einbezogen wurde.

Herr Wesch, dann sollten Sie Ihren Auftrag als Bürgervertreter schnellstens wahrnehmen und für Transparenz zu dem Bau in Bederkesa sorgen und ihre Zustimmung zu diesem nochmals überdenken, denn diese ist ein Paradebeispiel  für Handeln wider besseren Wissens.

Und Herr Berghorn, wieder pochen Sie darauf, dass alles was Sie machen durch Gesetze abgedeckt ist. Trotzdem ist es bedenklich, dass sie als, sogar zweifacher, Bürgervertreter in dieser Weise agieren. Es beweist meiner Meinung nach doch, das Ihr Interesse gar nicht in der Umsetzung der Bürgerwünsche liegt, sondern nur in Umsetzung ihrer eigenen Interessen.