Samstag, 4. Dezember 2021

Preise, Preise, Preise

Die Stadt Geestland hat zum zweiten Mal den "Deutschen Nachhaltigkeitspreis" gewonnen. Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch!
Aber wofür? Auf der Seite Kommunal findet man zur Begründung u.a. folgende Sätze:
"Die Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven verfolgt ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsverständnis, so die Begründung für den Sieger unter den Mittelstädten." und "Der Bürgermeister hat sich in Geestland vom TÜV zum Nachhaltigkeitsmanager zertifizieren lassen". Link 1
Sieht man sich dazu die ausführlichen Begründungen der Preisvergabe auf der Seite des Nachhaltigkeitspreises an, verwundert der zweite Satz über die Zertifizierung etwas, denn der findet sich in der Begründung von 2017. Link 2 

Bei einem Vergleich beider Begründungen ist festzustellen, dass in 2017 aufgeführte Gründe, den Preis an die Stadt Geestland zu verleihen, in 2022 wiederholt werden. Link 2 und 3
Das wäre wie, wenn man bei einem Film, für den man einen Oscar bekommen hat, drei neue Szenen hinzufügt und der deswegen neu nominiert wird.
Das schmälert die Wertigkeit des Preises enorm. Wussten die Jurymitglieder nicht, aus welchen Gründen der vorherige Preis vergeben wurde? Vielleicht hätten sie sich diese einmal durchlesen sollen vor der Verleihung.
Für mein Verständnis soll so ein Preis anregen etwas Neues zu entwickeln und/oder umzusetzen und es ist kontraproduktiv für die Attraktivität und Bedeutung eines Preises, vorab ausgezeichnete Attribute zu wiederholen.

Noch eine Preisverleihung: 2018 wurde die "Verschlossene Auster" stellvertretend an alle Lokalpolitiker, die unliebsame Berichterstattung als "Majestätsbeleidigung" missverstehen, verliehen.
Gab es dazu eigentlich eine Pressemeldung, dass dieser auch in die Stadt Geestland ging?






Sonntag, 28. November 2021

Weiter im Text

90 000 Tonnen Restholz müssen für das Holzkraftwerk in Cuxhaven laut Planer Frank Berghorn also bewegt werden. 
Als Restholz werden unbehandelte Holzreste aus der Produktion, wie Wald, Sägerei und Bau, bezeichnet. Abgegrenzt werden muss hier der Begriff Altholz, dieses bezeichnet Holz, welches schon verwendet wurde. Von diesem kann auch der Anteil, der nicht behandelt wurde zur Verbrennung genutzt werden.

Die CO2 Bilanz von Holz wird von mehreren Faktoren bestimmt, es kann nie die Aussage gemacht werden, dass Holzverbrennung per se so und soviel CO2 verursacht oder einspart.
Es geht hier nicht um das Lagerfeuer, Kaminfeuer oder den Kachelofen, sondern um komplexes Heizen mit Holz. Von der Energieerzeugung mit einer Pelletheizung z.B. wird laut Umweltbundesamt auch abgeraten.

Lügt Frank Berghorn hier bewusst oder ist er so blöde, dass er es nicht besser weiß? Beides würde ihn disqualifizieren als Mitglied im Stadtrat Geestland und im Kreistag Cuxhaven zu sitzen. Ganz klar, man kann nicht alles wissen, aber als Planer eines Projektes sollte man sich ganzheitlich mit diesem auseinandersetzen, spätestens dann, wenn man auf Fehler in der Beurteilung hingewiesen wird. 

In einem Bericht des NDR gibt es einen Verweis auf die Herkunft des Holzes: 
"...da es in einer waldarmen Gegend gebaut wird, soll Holz auch per Schiff aus Skandinavien und dem Baltikum geholt werden."
Schiffe können große Dreckschleudern sein, da geht es nicht nur um CO2, sondern um eine umfangreiche Umweltbelastung. Lust auf eine neue Rechnung?
Als Beispiel nehme ich die M/V Millerntor, diese wird für Holztransporte auf Nord- und Ostsee genutzt und kann 6173 m³ Schüttgut aufnehmen. Das wären somit ca. 64 Schiffsladungen für die benötigte Holzmenge. Wie groß die Umweltbelastung dadurch ist, erfordert eine weitergehende Recherche.
Dass es sich tatsächlich um Restholz und nicht um eventuell belastetes Altholz handelt, hoffen wir einfach.

Ist euch dieses Umweltfreundlich-Schöngerede schon sauer aufgestoßen? Es wird noch besser im NZ-Artikel vom 17.11.21 und jetzt geht es an eure Knete. 
Hier geht es um die Betreiber. 
"Sie planen, mit Hilfe des Schweizer Investmentfonds Fontavis am Ende fast 90 Millionen Euro in das Kraftwerk zu stecken." 
Das hört sich noch nicht nach Fördergeld an, ob jetzt schon welches geflossen ist, ist nicht angegeben, aber es geht weiter im Text:
"Eine Investition, die sich allein über die aus dem EEG garantierte Stromeinspeisevergütung nach wenigen Jahren amortisieren dürfte."
Im Klartext: Wir finanzieren diesem Investmentfonds das Heizkraftwerk. Die garantierte Stromeinspeisevergütung erhöht den Strompreis künstlich und geht zu unseren Lasten. Ganze 20 Jahre lang wird diese fragwürdige Mogelpackung gehätschelt. Und dann? Entsprechende Berichte zeigen auf, dass ein großer Teil dieser Projekte am Fördergeldtropf hängt. Am Ende der Förderung kommt die Insolvenz.

Dass sogar die Stadt Cuxhaven dieses Objekt als "Wegwerfprodukt" sieht, war im NDR am 03.07.21 zu hören: 
"Ein Sprecher der Stadt antwortete auf NDR Anfrage, dass man das Kraftwerk als moderne Zwischentechnologie auf dem Weg von fossilen zu regenerativen Energien betrachte." Link 1
Da möchte ich Obelix (aus Streit um Asterix) zitieren: "Die spinnen, die Menschlichen!" 

"Um die notwendige Kühlung auch dann sicherzustellen, falls das öffentliche Stromnetz zusammenbricht, sind zwei Blockheizkraftwerke vorgesehen, die mit Gas betrieben werden." 
Da bin ich raus. Blockheizkraftwerke für die Kühlung? Oder sind diese als Notstromaggregate nutzbar? Zu viel Physik! Vielleicht kann Frank Berghorn, als fleißiger Leser des Wesermünder Abendblatts, nehme ich zumindest an, diese Frage beantworten.
Und Gas? Das mindert dann die CO2 Bilanz nochmals. Könnte man da sogar, wenn es dann mit den Holzhackschnitzeln nicht so läuft, eventuell das ganze Ding betreiben?

In Hoffnung auf Antworten und was wir daraus für das Energiewerk in Bederkesa mitnehmen, beim nächsten Mal.




Sonntag, 21. November 2021

 Schlimmer geht's immer

Pressekodex: "Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen..." Link 1

In meinem Post vom 03.11.21 habe ich schon darauf hingewiesen, dass die Aussagen von Frank Berghorn nicht korrekt sind. Hatte das eventuell zum Anlass, dass Berghorn (CDU) via NZ (CDU Parteiorgan?) noch einmal nachgelegt hat? 
Obenstehender Satz aus dem Pressekodex wurde von der NZ im Artikel vom 17.11.21 "Strom und Wärme für die ganze Stadt" leider in keiner Weise geachtet.
Angeführt werden die Gesellschafter, Geschäftsführer Hermann Schlesinger, Planer Frank Berghorn und Bauleiter Hanke von Döhlen. "Sie verweisen auf die ausgeklügelte moderne Filtertechnik ihrer künftigen Anlage und darauf, dass der Bund Biomassekraftwerke, zu denen auch das Cuxhavener Werk zählt, über das Erneuerbare-Energien-Gesetz ausdrücklich fördert, weil das Verbrennen von Holz als klimaneutral gilt." 

Biomassekraftwerke werden gefördert, soweit stimmt die Aussage noch, dann jedoch kommt es zu einer unwahren Behauptung, die auch nicht durch die NZ widerlegt wird. "...weil das Verbrennen von Holz klimaneutral gilt." Das ist schlichtweg falsch und die NZ druckt somit eine Information, die nicht der Wahrheit entspricht. Da der Bund angeführt wird, möchte ich den hier auch zu dem Thema zitieren: 
"Das klimafreundliche Potenzial ist also begrenzt, daher ist von der energetischen Holznutzung aus Klimaschutzgründen abzuraten." Link 2

Am Anfang des Artikels und auch des Absatzes in dem oben zitierter Satz zur Klimaneutralität zu finden ist, steht: "Während Kritiker der Meinung sind, Holz zur Strom- und Wärmeerzeugung zu verbrennen, sei eine Technik von gestern,...". Hier wird eine wissenschaftlich belegte Tatsache als Meinung hingestellt. 
Damit wird der Artikel von Anfang an unglaubwürdig und die Kritiker gleich zu Beginn lächerlich gemacht. Gleich im Anschluss folgt nämlich die "Überzeugung" der Gesellschafter, die sich eben auf die schon erwähnte unwahre Behauptung gründet.    

Warum wird dann durch das EEG gefördert? Wir alle wissen, dass Verwaltungsapparate extrem schwerfällig sind und oft die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Theoretisch hätte es nach der Erkenntnis, dass Holz eben doch nicht so toll für das Klima ist, einen sofortigen Stopp der Förderung solcher Anlagen geben müssen. Da muss der Vorwurf an die Bundesregierung gehen.

Weiterhin wird in dem Artikel über den Bau und die Funktion des Holzheizkraftwerks berichtet. Zur Befeuerung sollen ca. jährlich 90 000 Tonnen "Restholz" verwendet werden.  
Angelehnt an die Rechnung aus dem vorherigen Post, ergäben das ca. 16 250 Kipperladungen. -Bei der Berechnung des Gewichts spielt die Feuchtigkeit des Holzes eine Rolle, deswegen ist hier ein Mittelwert genommen worden.- Das wären, geht man von einer 5-Tage-Woche aus, bei ca. 250 Arbeitstagen im Jahr, unfassbare 65 Kipperladungen täglich. Nun wird diese Menge nicht mit Sandkippern angeliefert werden, deswegen nehme ich jetzt einmal einen 40-Fuß-Container zur Berechnung an. 
Dieser hat eine Zuladung von 26,5 t, das ergäben ca. 3 400 Container pro Jahr, was fast 14 pro Tag, nach oben bereits verwendetem Schlüssel, ergäben. Dieses wird leider bei der berechneten CO2 Einsparung immer nicht beachtet. Vor allem, weil diese Menge Restholz nicht aus der Region bedienbar ist, sondern über weite Strecken transportiert werden muss.

Oder erfolgt die Belieferung gar nicht über Land, denn der Bau erfolgt ja im Hafen? Wird das Restholz per Schiff angeliefert und wo kommt es dann her? Das wäre aus klimatischer Sicht noch bedenklicher. Je weiter der Transportweg, desto geringer die CO2 Einsparung. Außerdem stellt sich die Frage: "Aus welcher Quelle es stammt?"
Bei deutscher Holzproduktion wird immer gern auf die Nachhaltigkeit verwiesen, die die Nutzung als Feuerholz dann angeblich klimafreundlich macht. Diese wird mit der Wiederaufforstung aller entnommenen Hölzer begründet. Das ist jedoch eine Milchmädchenrechnung. Fällt man einen alten Baum und ersetzt ihn durch eine neues Bäumchen, braucht dieses Jahrzehnte, um die gleiche Menge CO2 zu aufzunehmen. Verwendet man den gefällten Baum als Baumaterial, bleibt das dort gespeicherte CO2 gebunden, verfeuert man ihn jedoch, wird in kürzester Zeit das gebundene CO2 freigesetzt. Dieses kann nicht in gleicher Menge und Zeit vom frisch gepflanzten Baum wieder aufgenommen werden.

Mehr zu dem Thema im nächsten Post.





Donnerstag, 18. November 2021

Güssing, Hallerndorf und Bad Bederkesa

Es ist bald Weihnachten und ich wüsste ein wunderbares Geschenk für einige Leute: Einen Fremdwörter Duden. Herr Krüger (Bgm. Stadt Geestland) und Herr Take (Landkreis Cuxhaven) sollten ein solches Buch auf ihre Wunschliste setzen. Innovation bedeutet u.a., wie Herr Take scheinbar weiß: "... neue Wege zu gehen ...". Warum setzt er es denn falsch ein? Ist es innovativ, weil es in Bederkesa neu ist? Nicht wirklich. Das Modellprojekt Güssing wurde schon im Jahr 2000 gestartet, da ist der Zenit der Innovation schon überschritten. Die Solarthermie braucht man in diesem Zusammenhang gar nicht erwähnen.
Innovativ wäre es z.B., wenn alle Ratsleute während der Sitzung auf Fahrrädern säßen, die beim Treten Strom erzeugen. Die Ausbeute wäre nicht riesig, aber es geht um den Gedanken. Was aber ein Gewinn ist, wäre die Bewegung dabei, denn die ist bekanntlich förderlich für die Gehirnfunktion.

Schon beim Bau der Moortherme 2004 ist der eklatante Fehler gemacht worden, dass die hier nicht auf Erzeugung regenerativer Energie gesetzt wurde. Bei einem 10 Millionen Umbau, wäre die Investition nur eine "Kleinigkeit" gewesen. Die gewählte Investition in ein Blockheizkraftwerk hat nun nach nur 17 Jahren ausgedient. Damit zeigt wieder einmal, das Sparen am falschen Ende immer ein Fehler ist und es hinterher oft teurer wird. Die, jetzt auf der Moortherme geplante Solarthermie, wäre zu dem Zeitpunkt des Baus auch schon möglich gewesen.
Das jetzige Dach des Baus wird allerdings kaum die Tragfähigkeit für eine solche Installation haben. Sind die Kosten für eine entsprechende Konstruktion mit in die Berechnung eingeflossen? Mit einem gut durchdachten und designten Unterbau könnte man die Dachfläche höchstwahrscheinlich noch erweitern und somit effektiver machen. Bei dem enormen Energiebedarf, wäre das jedoch auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Der zweite Punkt ist Geothermie, auch 2004 eine schon bekannte Form der Energiegewinnung. Hier gibt es unterschiedliche Anwendungen. Hat sich jemand mit der Alternative schon einmal befasst? Und zur Beruhigung aller Fördertopffreaks, auch da gibt es Förderungen. Zum jetzigen Zeitpunkt schneidet die Geothermie nämlich am klimaneutralsten ab.

Nun soll, um den hohen Energiebedarf zu decken das Energiewerk gebaut werden, zusätzlich soll es die Schule am Wiesendamm, die zum Landkreis gehört, mitversorgen. Als Vorbild wird jetzt das Nahwärmenetz Hallerndorf, aber nur die Optik, angeführt. Das vormalige Vorbild Güssing/Österreich hat ausgedient.

"Die Biomasse-Kraftwerk Güssing GmbH und Co KG und deren Komplementärin Biomasse-Kraftwerk Güssing GmbH sind mit Passiva von 5,97 Mio. Euro insolvent."
"Das mittlerweile weltweit anerkannte Unternehmen wurde im Jahr 2000 als Forschungsanlage gegründet. Als Ursachen für die Pleite nannten die Schuldner ausbleibende Förderungen." Link 1

Das in Hallerndorf stehende Werk wird zwar nur als Beispiel für die optische Umsetzung genannt, beschäftigt man sich mit den dort veröffentlichen Zahlen der Bewirtschaftung, wird es interessant. 

"Die benötigte Wärmemenge von 3 Mio. KWh pro Jahr wird durch eine pfiffige Kombination aus Solarthermie und Holzhackschnitzeln erzeugt." Link 2

Dazu werden genaue Zahlen angegeben. Und zwar eine Freiflächen-Solarthermieanlage 1304 m² Fläche und 4000 Schüttraummeter = 4000 m³ Holzhackschnitzel (Grünschnitt), über 100 angeschlossene Haushalte. 

Die Moortherme allein braucht schon 3.434 MWh/a (Stand 2019). Die oben angegeben Zahlen, Fläche/Schüttraummeter, wären somit schon für sie nicht ausreichend, geschweige denn, für die ebenfalls geplante Versorgung der Schule am Wiesendamm. 

Nach meinen Informationen, erreiche ich mit 4000 m³ Grünschnitt 2000 MWh/a, fehlen noch ca. 1500 MWh/a. Geht man von den Zahlen aus Hallerndorf aus, würden dann mit der Solarthermiefläche 1000 MWh/a generiert. Das würde für Bederkesa bedeuten, dass diese Fläche nochmals um 650 m² größer sein müsste, um nur den Bedarf der Moortherme abzudecken. Die Schule fehlt immer noch und so knapp sollte auch nicht kalkuliert werden.
Wie soll die fehlende Energie erzeugt werden? Mehr Solarthermie? Nein, denn laut Aussage von Projektleiter Heiko Ullrich werden rund 75% aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt, also Grünschnitt. 
Okay, die 650 m² Solarthermie wieder weg, fehlen also wieder ca. 500 MWh/a für die Moortherme. Für die Schule und als kleinen Puffer und am allermeisten, weil es so einfacher zu rechnen ist, nochmals 500 MWh/a, sind dann 1000 MWh/a, die noch durch Grünschnitt erzeugt werden müssen. Dafür werden weitere 2000 m³ Grünschnitt gebraucht. 
 
Zur Verdeutlichung der Grünschnittmenge: 1 Sandkipper fasst ca. 24 m³. Bei 4000 benötigten Kubikmetern sind das ca. 167 Ladungen.
Wo bitte schön sollen 167 Sandkipperladungen Grünschnitt in Geestland anfallen? 
Der Grünschnitt aus den Wirtschaftswegen gehört nicht unbedingt der Stadt und wird teilweise selber verwertet, z.B. in Otterndorf. Auch die Landstraßen innerhalb Geestlands sind eben Straßen des Landes und nicht der Stadt, genau wie die Kreisstraßen, auf deren Schnitt man gerne zugreifen möchte. Eine Bestätigung dafür liegt jedoch noch nicht vor. Und wenn nicht genug anfällt? 
Beginnt dann das große Baumfällen, wo der nachhaltige Bürgermeister kein Problem mit hat, siehe Feuerwehrneubau Großenhain. 
Jetzt wird aus der Baumpflanzaktion auch ein Schuh. Wurden diese 35 000 Bäumchen schon vorab als Ausgleich für alle die, die dann die nächsten Jahre abgeholzt werden, angepflanzt? 
Die Rechnung stinkt, dazu und zu weiteren Punkten beim nächsten Mal mehr. 









1 https://www.bvz.at/burgenland/wirtschaft/biomasse-kraftwerk-guessing-insolvent-5030492

2 https://hallerndorf.de/nahwaermenetz/


Mittwoch, 3. November 2021

Energiewerk, Energiepark, Innovationspark, Amtswiesen oder wie auch immer

Heute fange ich mit einem Link an:


Hier geht es zwar um die CO2 Augenwischerei in Cuxhaven, die Argumente sind jedoch auch für Bederkesa gültig.
"Dazu komme, dass beim Verbrennen von Holz pro Energieeinheit mehr Kohlendioxid freigesetzt werde als bei fossilen Brennstoffen. Und der Energieverbrauch beim Herbeischaffen des Holzes werde ebenfalls ignoriert. Im November haben sich viele namhafte Umweltorganisationen – vom BUND bis zum WWF – gegen das Verbrennen von Holz ausgesprochen."
Der Brüller ist aber das substanzlose Geschwafel von Berghorn: „Wenn Sie das Holz im Wald verrotten lassen, setzt es auch CO2 frei", sagt der Ingenieur. Da fragt man sich doch, wie hat der seinen Ingenieur geschafft? Oder ist es ein evolutionäres Problem, dass nach Eintritt in das Politikerleben, ein Intelligenzabbau stattfindet?
Es ist natürlich richtig, dass sämtliches gespeichertes CO2 abgegeben wird, wenn das Holz "verschwindet". Nur, Herzchen, ist es ein Unterschied, ob du es in kürzester durch den Schornstein bläst und das CO2 mit einem Knall freisetzt oder ob es langsam verrottet und das CO2 dementsprechend langsamer abgegeben wird.
Und folgende Passage disqualifiziert ihn, meiner Meinung nach, als Volksvertreter befähigt zu sein:
"...dass das Kraftwerk zu 85 Prozent Strom und nur zu 15 Prozent Fernwärme liefern soll. Angesichts des Stromüberschusses an der Küste durch den vielen Windstrom sei das Unsinn. Doch auch, dass das Kraftwerk sich an der Stromerzeugung orientiere, liege am Förderdesign, sagt Berghorn. Wenn man das anders wollte, müsste man die gesetzlichen Grundlagen ändern, sagt er."
Im Klartext verstehe ich da: "Ich weiß, dass das Ding unsinnig ist, aber es wird ja so gefördert."

Förderdesign, was für ein Wort. Hier wird endlich klargestellt, dass scheinbar geguckt wird, was gefördert wird und dann der Bedarf dazu konstruiert. Wobei in diesem Fall der Bedarf ja eher fraglich ist, s.o. Hauptsache man kann sich an einem Fördertopf bedienen.
Da wiederhole ich mich jetzt eventuell, aber das tue ich gerne, weil manche Menschen es einfach nicht kapieren: Fördertöpfe sind im Endeffekt auch immer unser Geld und diese ständig auszuschöpfen belastet nachfolgende Generationen immens. Zu dem Geld aus dem Fördertopf muss immer noch eigenes kommen, wenn jemand privat sein Geld investiert ist das egal, aber bei den Kommunen ist es wiederum unser Geld, das ausgegeben wird und das belastet nachfolgende Generationen noch mehr und ist auf keinen Fall nachhaltig.

Und folgender Auszug aus dem Artikel ist auch noch schön:

"Den Ingenieur ärgert, dass seinem Projekt die Nachhaltigkeit abgesprochen wird. Er habe selbst Windkraft- und Solaranlagen projektiert und könne Vorträge über Nachhaltigkeitsprobleme bei diesen Projekten halten. Besonders irritiert ihn, dass aber auch Wind- und Solarparks im Landkreis auf Widerstand stießen."

Wie bitte? Er kann Vorträge über Nachhaltigkeitsprobleme bei diesen Projekten halten, also gibt es welche und dann irritiert es ihn, dass sie auf Widerstand stoßen. 
Das irritiert mich jetzt gerade.
Oder sind die Vorträge so konzeptioniert, dass es keine Nachhaltigkeitsprobleme gibt. Es kommt ja immer darauf an, welche Fakten man darstellt. 
Es ärgert ihn, dass seinem Projekt die Nachhaltigkeit abgesprochen wird. Bessere Recherche vorher hätte ihm das schon klarmachen müssen. Aber es gab ja diesen Fördertopf, der so unwiderstehlich ist und ich glaube auch, wenn er es gewusst hätte, die Verführung bei der Sache ordentlich abzusahnen ist einfach zu groß.

Scheinbar gab es in der NORDSEE-ZEITUNG am 12.03.21 ein Artikel zu dem Thema mit folgender Überschrift "Das Holzkraftwerk ist nachhaltig". Handelt es sich bei dieser um eine Aussage von Berghorn, nochmals CDU, oder beruht sie auf der exquisiten Recherche, für die diese Zeitung bestens bekannt ist?

Fortseztung folgt...