Sonntag, 5. Juni 2022

 Weshalb Friedhelm Ottens nicht Landrat wird

Auch Friedhelm Ottens stellt sich den Fragen der NZ. Warum die Antworten, sowie ein kurzer Blick ins Internet ihn disqualifizieren.

Auf die Frage der NZ (Link1), was sich im Landkreis ändern wird, wenn er Landrat wird, antwortet er:

"Ich werde dem Cuxland ein klares Profil geben. Sozial, gerecht und grün: Das ist das wofür ich stehe..."

Sozial? Gerecht? Ist er es jetzt geworden oder will er es werden, wenn er Landrat ist? Zwei Artikel in der taz aus dem Jahr 2015 vermitteln nämlich einen  gegenteiligen Eindruck zu sozial und gerecht. Link2 und Link3
Hier geht es um das unrechtmäßige Betreten von Asylbewerberwohnungen und die Sichtung von persönlichem Eigentum.
Besonders bemerkenswert hier das Argument von Ottens mit der Küstenfeuchtigkeit, im Artikel unter Link2. Vorab bestätigt er, dass die Mitarbeiter Schlüssel zu den Wohnungen hätten:

"Sie würden dort zum Beispiel nachsehen, ob etwas kaputt sei oder sich Schimmel gebildet habe. Das sei wichtig – auch für die Gesundheit der Bewohner –, da sich viele Flüchtlinge mit der Feuchtigkeit an der Küste nicht auskennen würden, sagt Ottens."

Aus welchem Hut hat er dieses Argument denn gezaubert, das grenzt schon an Real-Satire. 
Fazit: Dass auf Schimmelbefall kontrolliert wird ist natürlich lobenswert, aber bitte nicht in Abwesenheit der Bewohner oder nicht unter Eindringen in die Wohnung, sobald die Tür geöffnet wird.

Weiter wird gefragt, ob er das, als zweiter Mann im Kreishaus, nicht schon längst hätte anstoßen können.

Ottens: "Ich hätte mir da in der Vergangenheit mehr gewünscht."

Gewünscht? Guter Mann, mit Wünschen kommt man nicht wirklich vorwärts – ich nutze hier einmal eine gängige Floskel auf solche Aussagen – auch der Landkreis Cuxhaven ist kein Ponyhof.

Weiter: "Wir Menschen wollen nicht mehr in die Städte, es zieht uns aufs Land." 

Wir Menschen? Also 7,753 Milliarden wollen aufs Land und nicht mehr in der Stadt leben? Bei solchen Aussagen wundert es nicht, dass seine "Wünsche" nicht erhört wurden. 

Dann führt er Projekte an, die er gestartet hat. 

"... haben wir unter meiner Ägide als Sozialdezernent mehrere Projekte gestartet: die Familienschule, die Jugendberufsagenturen, das Schulverweigererprojekt "Zweite Chance", aber auch das duale Studium Soziale Arbeit ..."

Leider sind es nur Projekte, die es bundesweit gibt und teilweise Sache des Landes oder Bundes sind. Das hat den gleichen Stellenwert wie: Jeder Fördertopf wird schamlos ausgeschöpft.

Der Blick ins Jahr 2030 schreckt in einem Punkt besonders ab:

"2030 haben wir erreicht, dass die jungen Leute hier im Kreis alle Chancen haben, die sie brauchen. Dann müssen sie nicht mal fürs Studium wegziehen."

Müssen? Viele junge Menschen freuen sich, dem Dorfmief erst einmal zu entkommen und in Städte zu ziehen, wo es überhaupt Clubs oder andere Angebote zu Freizeitgestaltung gibt, die dann auch mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sind.
Und die Hochschule Bremerhaven? Das schließt dann alle Studiengänge aus, die nur einer Universität vorbehalten sind. Da darf das Dorfkind dann nicht den Wunsch haben, Mediziner, Lehrer etc. zu werden.

Und auch dieser Kandidat, genau wie Krüger, will "seinen" Landkreis verwirklichen.

"Weil ich eine klare Vorstellung davon habe, wie ich das Cuxland gestalten will. Und weil ich an die Urkraft der Demokratie glaube."

Ein Widerspruch in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen. Genau wie bei Krüger in früheren Posts, weise ich auch bei Ottens darauf hin:
Es geht nicht nach Eurem Willen, und den durchzusetzen hat nichts mit Demokratie zu tun.

Beide sind schon in den Wahlkampf eingestiegen, wie auf ihren Facebook Seiten zu sehen ist. 
Und beide Rote sehen sich auch bei den Grünen und buhlen um deren Stimmen, da ist "ordentlich Vielfalt" bei den Kandidaten. 
Ich bin gespannt auf den Kandidaten der CDU, wenn es dann einen gibt. Und wenn nicht, wen favorisiert sie dann? Eine gewisse Distanzierung in Geestland von Krüger wird schon unter der Hand gehandelt und gegen Ottens, nur als Vertreter Bielefelds, hat sie sich bereits 2020 ausgesprochen.

Vielleicht fährt auch eine andere Partei noch einen Kandidaten auf oder findet sich eventuell ein Einzelkandidat? 
Das würde dann Abwechslung und Spannung ins Spiel bringen und der Bürger hätte eine "wirkliche" Wahl.




Freitag, 3. Juni 2022

 Weshalb Thorsten Krüger nicht Landrat wird 

Der heutige Artikel in der Nordsee-Zeitung lässt wieder tief blicken und hier die Argumente, warum Krüger indiskutabel ist. 

Zuerst aber ein Lob an die Nordsee-Zeitung: Es erfolgt eine Nachfrage zu einer nicht beantworteten Frage und die wird auch wieder nicht entsprechend beantwortet. Dieses Ausweichen sollte den Leser und somit den Bürger schon misstrauisch werden lassen. Link1

Schon der Beginn der ersten Antwort entlarvt genau das, was schon mehrfach angesprochen wurde. "Ich will ... ". Es geht nicht um den Bürger und dessen Wohl, sondern nur darum, was Herr Krüger will.
In der zweiten Antwort noch viel erschreckender: "... aber auch einen neuen Umgang miteinander möchte ich gerne ins ganze Cuxland tragen." 
Ist hier der Umgang der Verwaltung mit den Bürgern gemeint oder sein Umgang mit Bürgern?
Da würde der Landkreis noch weiter ins Minus rutschen als er jetzt schon ist.
In Geestland werden unrechtmäßig Angelegenheiten in nicht öffentliche Sitzungen verschoben. Maßnahmen der Verwaltung nicht im Ratsinformationssystem veröffentlicht. Anfragen nach Akteneinsicht ignoriert und scheinbar sogar verweigert. Gerne auch der Rechtsanwalt bemüht, wenn der Herr sich dann ans Bein gepinkelt fühlt.
Ein wirklich erstrebenswertes Miteinander, wonach sich jeder Bürger des Landkreises Cuxhaven bestimmt sehnt.
Zu den fragwürdigen Ideen, die ja scheinbar nur er hat, äußere ich mich jetzt nicht.

Bei der nächsten Antwort ist es dieser Satz, der mir Tränen in die Augen treibt:
"... könnten wir damit auch Firmen anlocken."
Den Landkreis Cuxhaven zum Industriestandort machen? Ob das die Bürger wirklich möchten? Vielleicht sollte man sich einfach auf seine Stärken konzentrieren und diese entsprechend pflegen und nach vorn bringen.

Weiter geht es:
"... wir wurden zweimal mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet."
Die Vergabe des zweiten Preises wurde jedoch angezweifelt, da Punkte angeführt wurden, die schon zum Erhalt des 1. geführt hatten. Das Komitee des Deutschen Nachhaltigkeitspreises hat dazu nachgehakt. Der Preis für Städte wurde aus diesem Grund zu dem Zeitpunkt auch ausgesetzt, um das System zu überarbeiten und Betrug vorzubeugen.

Und folgender Satz ist nach Faktenlage eine klare Lüge oder wieder einmal Unwissen:
"Nach meiner Wiederwahl im vergangenen Jahr hab ich mir überlegt, dass ich 2026, wenn der Landrat normalerweise in den Ruhestand gegangen wäre, kandidieren will."
Das kann er nicht gedacht haben, weil Bielefeld schon ausdrücklich bei seiner Wahl angekündigt hatte, dass er nur bis 2024 zur Verfügung steht und somit die nächste, vorgezogene Landratswahl 2024 gewesen wäre.

Und jetzt kommt der Punkt: Man labert, aber antwortet nicht:
NZ: "Aber was ist, wenn Sie es nicht an die Spitze des Kreishauses schaffen? Bleiben Sie dann der Bürgermeister in der Stadt Geestland?"
Krüger: "Diese Frage stellt sich für mich nicht. Ich gehe davon aus, dass ich kandidieren werde."

Das war nicht die Frage, guter Mann und die Antwort vermittelt mir auch eine unangenehme Überheblichkeit. 

NZ: "Aber wenn's nicht klappt?"
Krüger: "Nun, es ist ja nicht so, dass ich mich beim Landkreis bewerbe, weil ich hier in Geestland unglücklich bin. Aber noch einmal: Die Frage stellt sich für mich nicht."

Das ist doch die klare Aussage, dass er bleibt, wenn er nicht gewählt wird. Und wieder der Zusatz, dass sich die Frage für ihn nicht stellt, was bedeuten würde, dass er fest davon ausgeht, als Landrat gewählt zu werden. 
Und wieder ist sie da, diese Überheblichkeit.

Zu guter Letzt, kommt noch die Frage nach einer Niederlage, ob Krüger keine Angst hätte, dass diese seinen Ruf beschädigen könne.
Eine Niederlage wäre wohl das geringste Problem, was Krüger hat in Bezug auf seinen Ruf. 
Diverse Institutionen beschäftigen sich bereits mit dem Handeln des Bürgermeisters und es ist abzuwarten, ob noch Ruf über ist, der mit einer Niederlage beschädigt werden könnte.

Der letzte Satz von ihm: "Und weil ich einen Plan für den Landkreis Cuxhaven habe."
Möge der Landkreis Cuxhaven von der Umsetzung dieses Planes verschont  bleiben. 



Dienstag, 31. Mai 2022

Das 9 Euro Ticket

Das 9 Euro Ticket – ein netter Gag

Da freuen wir uns! Drei Monate für 9,- € z.B. von Bederkesa nach Bremerhaven, Bremen oder nach Hamburg.
Aber, natürlich gibt es ein "Aber" sonst wäre es kein Thema für mich, da es bereits ausführlich behandelt wurde.
Also aber, zuerst müssen wir prüfen, ob wir "unseren" Bus damit nutzen können, denn auf der Bahn-Seite findet sich folgendes: Link1

"Informieren Sie sich bitte auch bei lokalen Busunternehmen, ob das Ticket anerkannt wird."

Die Linie wird zwar von der KVG betrieben, bedient wird sie jedoch von lokalen Busunternehmen. Da bekanntlich der Teufel im Detail steckt, vergewissere ich mich lieber. 
Warum ich so pingelig bin, wird im Verlauf des Artikels geklärt.
Auf der Seite der KVG ist nichts Nachteiliges zu finden, also ist die Nutzung scheinbar gesichert.

Nach Hamburg kommt man sehr gut, wenn man den Zug von Hechthausen aus nutzt. Um nach Hechthausen zu kommen braucht man ein Auto. Da hatte die Stadt Geestland die gute Idee eine Anrufsammeltaxi-Linie (AST) dorthin einzurichten. Dass sie, z.B. in der Rundschau eine ganze Seite, damit wieder eine sich anbiedernde Selbstbeweihräucherung daraus machte, ist allerdings fragwürdig. Vielleicht sollte man sich nicht ständig selbst auf die Schulter klopfen, dass gibt einen faden Beigeschmack.

Für die AST-Linie kann man das Ticket jedoch nicht nutzen. Link1

"Das Ticket gilt nicht für Abruf-Angebote (z.B. Taxi-Dienste an Bahnhöfen), die als ergänzendes Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) mit einem Zuschlag versehen sind. Dort gilt weiterhin der reguläre Preis."

Wieso muss das dann vom Oberbürgermeister und seinem Stellvertreter der Stadt Cuxhaven, in einer Eilentscheidung für das Stadtgebiet Cuxhaven nochmals entschieden werden? Link2

Jetzt zum verflixten Detail:

"Das 9-Euro-Ticket kann bundesweit auf allen Strecken und in allen Verkehrsmitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für beliebig viele Fahrten genutzt werden. Das Ticket ist nicht in den Zügen des Fernverkehrs (z.B. IC, EC, ICE) und in Fernbussen gültig." Link1

Diese Information ist auf der Bahn-Seite zu finden, die eigentlich die Seite der DB Betrieb GmbH ist.
Wir kennen das aus der Wirtschaft, da werden Tochterfirmen gegründet, die dann wieder Tochterfirmen haben usw. – Sind das dann nicht eigentlich Enkeltochterfirmen? – 
Das 9 Euro-Ticket gilt nämlich nur für die Regionalangebote von DB Regio und nicht für DB Fernverkehr, beides Tochterfirmen der Bahn AG, die im Gegensatz zu ihrem Namen auch Regionalzüge betreibt.
Bei der Bahn Reiseauskunft kann man die Option "Nur Nahverkehr" wählen, es kann aber eben sein, dass dort dann Züge der DB Fernverkehr angeboten werden, die den Regionalverkehr bedienen. 
Wenn man dann einen falschen Zug erwischt hat, fährt man mit einem ungültigen Ticket, ist Schwarzfahrer und muss dann eventuell 60,- Euro Strafe bezahlen.
Diese Kritik kommt von Fahrgastverband Pro Bahn. Mehr dazu und wie man sehen kann, ob es Regio oder Fernverkehr ist unter Link3.
In der App und auch auf der Website mit dem Aktivieren der Option "Unsere Bestpreise anzeigen", kann man sehen, ob das Ticket für die ausgesuchte Route gilt. Vorsichtshalber würde ich einen Screenshot davon machen, man weiß ja nie.

Trotzdem eine super Sache. Nervende Teenager oder auch die von den Ferien gelangweilten Gören können für wenig Geld quer durch die Nation zu Freunden und Verwandten geschickt werden oder vielleicht auch irgendwohin zum Zelten. Für einen lang geplanten Städtetrip muss nur noch eine günstige Unterkunft gefunden werden oder vielleicht doch endlich mal nach Sylt. Da werden sicherlich bei dem einen oder anderen Erinnerungen an Interrail Zeiten wach.

Da dieses Angebot zur Ferienzeit kommt und auf drei Monate begrenzt ist, ist es wirklich nicht mehr als ein netter Gag, wobei es eigentlich eine gute Maßnahme ist. Mancher, der bisher das Auto nutzt, um zur Arbeit oder zur Schule zu kommen würde bei 9,- Euro und mit Blick auf die derzeitigen Spritpreise eventuell doch auf die Öffentlichen umsteigen, auch wenn es etwas unbequemer ist. Das käme auch der Umwelt zu Gute.
Wobei ein Großteil der ländlichen Bevölkerung da außen vor wäre. Wo kein adäquater ÖPNV ist, kann auch keiner genutzt werden.







Freitag, 27. Mai 2022

Die Folgen zur Baugenehmigung reloaded

 Die Folgen 

Betrachten wir einmal, was mit dem, im Artikel "Baugenehmigung reloaded" behandelten Schreiben in der Vergangenheit zusammenhängt.

Gehen wir zurück zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde (DAB) in Bezug auf diesen Bau vom 21.05.21 gegen Thorsten Krüger, Bürgermeister der Stadt Geestland.
In der Begründung steht unter anderem:

"Dieser missbraucht sein Amt."

Kann es als Amtsmissbrauch gesehen werden, wenn man wissentlich eine Baugenehmigung nach einem anderen Paragraphen als eigentlich zuständig beantragt?
Wissentlich aus dem Grund, weil Thorsten Krüger sehr wohl bewusst war, dass sich das betreffende Areal im Außenbereich befindet, wie aus einem Sitzungsprotokoll des Ortsrates Lintig vom 24.02.20 hervorgeht:

"(...) fragt wegen des Radweges im OT Großenhain von der Alten Schule bis zum Ortsschild (...) 
Ortsbürgermeister Boldt teilt mit, dass die Stadt Geestland im Außenbereich nichts machen wird (nach Aussage von Bürgermeister Krüger)." Link1

Die angesprochene "Alte Schule" liegt außerhalb des Ortes, ca. in Höhe des Bauplatzes. 

Zur Begründung des Amtsmissbrauchs werden dort unvollständig eingereichte Unterlagen angeführt. Da teilweise in Gesetzen "falsch, unvollständig etc." in einem Absatz eines Paragraphen behandelt werden, nehme ich das für die DAB auch in Anspruch. Somit wäre die genaue Definition nicht relevant, sondern nur der Vorwurf des Amtsmissbrauchs, der sich auch explizit auf die Erreichung einer Baugenehmigung im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren bezieht.
Und genau das wurde mit der Beantragung nach § 34 anstatt § 35 getan, was wie gestern berichtet, falsch war.

Diese DAB wurde vom Rat der Stadt Geestland in seiner Sitzung vom 21.06.21 einstimmig abgelehnt, wie im Schreiben der Stadt Geestland, Ansprechpartnerin Stadträtin Gabi Kasten und unterzeichnet von Steffen Tobias, Ratsvorsitzender, vom 28.06.21 mitgeteilt wurde. Die Sitzung vom 21.06.21 weist jedoch keinerlei Tagesordnungspunkt zur DAB auf, jedoch zwei nicht öffentlich behandelte Punkte.
– Erinnert ihr euch an den Post mit der Aussage der Generalstaatsanwaltschaft, dass jede DAB öffentlich behandelt werden muss und dann die etwas sonderbar anmutenden Ausführungen des Landkreises Cuxhaven dazu? – Link2 

Datiert vom 03.08.21 erreichte die Antragstellerin der DAB dann ein anwaltliches Schreiben mit dem Betreff "Abmahnung wegen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts" bezogen auf Thorsten Krüger in seiner Funktion als Bürgermeister der Stadt Geestland.
Verwiesen wird hier auf die erfolgte DAB, die "vollumfänglich vom Rat der Stadt Geestland mit Beschluss vom 09.06.21 zurückgewiesen" wurde.
Halt! Stopp! Im oben angeführten Schreiben wurde doch auf die Sitzung des Rates am 21.06.21 verwiesen und am 09.06.21 gab es gar keine Ratsversammlung.
Wessen Ausführung entspricht denn nun der Wahrheit? Wurde am 09.06.21 etwas beschlossen, was dem Rat dann irgendwie untergeschoben wurde und wäre das möglich?

Dem Schreiben des Anwalts war eine "Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung" beigefügt, die unterschrieben werden sollte, aber nicht wurde.
Zum Glück! Nicht nur, dass die Aussage des Amtsmissbrauchs jetzt in einem ganz anderen Licht dasteht. Die Folge wäre gewesen, dass auch, wenn einer, der dort aufgeführten Punkte der Wahrheit entspricht, dies die Zahlung einer Vertragsstrafe zur Folge hätte.

Es zeigt sich also, dass die ganzen Kontrollmechanismen und die demokratische Rechtsstaatlichkeit in die wir unser Vertrauen setzen, doch noch eines viel wachsameren Auges des Bürgers bedarf.

Dieses Schreiben des Anwalts und der beigefügten "Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung", weist Merkwürdigkeiten auf, die in einem anderen Post noch Erwähnung finden.






Mittwoch, 25. Mai 2022

Baugenehmigung reloaded

 Baugenehmigung reloaded

Zur Erinnerung der Link zu dem ursprünglichen Artikel:


Dort habe ich angezweifelt, dass die Baugenehmigung für den Bau des Feuerwehrhauses/Mehrzweckraums in Großenhain ordnungsgemäß beantragt wurde. 
Das Areal liegt nicht im Innenbereich, sondern im Außenbereich und somit hätte der Bau nach § 35 und nicht nach § 34, wie geschehen, beantragt werden müssen.

Zuerst erfolgte eine Anfrage beim zuständigen Sachbearbeiter der Stadt Geestland. Es gingen einige E-Mails hin und her, zusätzlich gab es noch telefonischen Kontakt. Das Ergebnis war folgendes:

"Eine Fehlbeurteilung liegt hier aus Sicht der Gemeinde nicht vor. Ihre Einschätzung kann ich nicht nachvollziehen.
Ich stelle Ihnen anheim, dies mit dem zuständigen Bauaufsichtsamt des Landkreis Cuxhaven zu klären."

Am 11. Oktober 2021 wandte ich mich per E-Mail an den zuständigen Sachbearbeiter des Landkreises Cuxhaven. 
Eine Antwort erhielt ich am 19.10.21 von einer anderen Person, in der ich über das Procedere eines Widerspruchverfahrens aufgeklärt wurde und folgender Erläuterung:

"Ihrem Einwand zur Gebietsunverträglichkeit kann im Übrigen nicht gefolgt werden, denn laut dem wirksamen Flächennutzungsplan ist das Grundstück des Bauvorhabens als „Fläche für den Gemeinbedarf – Feuerwehr“ ausgewiesen. Das Feuerwehrgebäude entspricht dieser Festsetzung."

In meiner ersten E-Mail habe ich weder von einem Widerspruchsverfahren geschrieben, noch einen Einwand zur Gebietsunverträglichkeit gemacht. 

Meine darauffolgende Antwort am 20.10.21 habe ich sehr langsam geschrieben, in der Hoffnung, dass sie dann verstanden wird. Diese wurde nie beantwortet. 
Der dort enthaltene Text ging in Kopie an den ersten Sachbearbeiter zur Kenntnisnahme und mit dem Vermerk, dass die Weiterleitung nicht schlüssig ist.

Ganz ehrlich, da fühlt man sich schon etwas verarscht. Vor allem mit dem Hintergrundwissen, dass Anfragen einer weiteren Person zu dem Bau auch nicht zur Zufriedenheit beantwortet wurden. 

Der letzte Satz der E-Mail lautete dementsprechend:

"Wenn Sie sich noch dazu äußern möchten, erledigen Sie das bitte umgehend." 

Die Gelegenheit, das Richtige zu tun und meinen Einwand auf Richtigkeit zu prüfen, wurde durch den Landkreis Cuxhaven nicht wahrgenommen. 
Das Nichtbeantworten von den E-Mails ist Zeugnis größter Arroganz und widerspricht dem Auftrag, den die Mitarbeiter zu erfüllen haben.
Und auch hier wieder: "Wie der Herr so's Gescherr". 
Michael Take, 1. Dezernent beim Landkreis Cuxhaven ist sich auch zu schade auf Bürgeranfragen zu reagieren, was sein Qualifikation eindeutig infrage stellt.

Jetzt aber der wirklich befriedigende Teil der ganzen Geschichte. 
Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz konnte meiner Argumentation folgen und fragte nach. – Wobei es beim Landkreis Cuxhaven fraglich ist, ob es am Können oder Wollen liegt. – 
Das Ergebnis der Prüfung beschied, dass der Bau nach § 35, wie ich es angeführt habe, hätte beantragt werden müssen. Was bedeutet, dass die Stadt Geestland den Bau mit falschen Unterlagen beantragt hat. 
Verwerflich ist in jedem Fall, dass trotz des Hinweises darauf, dieses nicht genauestens geprüft, zugegeben und korrigiert wurde, denn bei einer wirklichen Überprüfung meiner Argumentation hätte auch der Stadt Geestland klarwerden müssen, dass sie einen Fehler gemacht hat.
Der gleiche Vorwurf ist an den Landkreis Cuxhaven zu richten.

Nein, der Bau wird nicht abgerissen. Er wurde, da er nicht zu den privilegierten Vorhaben im Außenbereich zählt, als sonstiges Vorhaben im Einzelfall zugelassen.

Fazit: Man kann sich scheinbar wirklich nicht auf die Ausführungen und Argumentation der Verwaltung verlassen und sollte sich, wenn man wirklich von der Rechtmäßigkeit seines Anliegens überzeugt ist, nicht durch irgendwelche Bla-Bla-Schreiben abwimmeln lassen. 
Den nächsten Schritt zur höheren Verwaltungsaufsicht, in diesem Fall in Hannover, auf keinen Fall scheuen. Auch dort muss man sich dann teilweise mit obskuren Aussagen herumschlagen, warum das so ist kann man in diesem Artikel erfahren:


Aus dem Antwortschreiben des Ministeriums war außerdem erkennbar, dass  Angaben der Stadt Geestland nicht den Tatsachen entsprachen, schon wieder.
Wir bleiben dran.